Verpasse keine gute Krise

Nach einer Studie der GPM – Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement und durchgeführt vom CFDM der TU München – sind etwa 30% der Projektmanager in Deutschland Burn-Outbedroht. Etwa 33% der Befragten gaben an, dass sie an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen und 24%, dass sie sich überfordert fühlen. Von der Gesamtzahl der Befragten fühlen sich 89% belastet. 

Projektmanager verkaufen ihre Haut für andere. Ungewissheiten, Mitarbeiterfragen, Risiken, Konflikten und Herausforderungen ist angemessen, aufgeschlossen und kreativ zu begegnen. Dabei wenige Ressourcen nutzen, Prozesse verschlanken, Routinen abspulen. Und resilient sein, in agilen Strukturen arbeiten, evolutionäre Konzepte umsetzen. Wir stehen nicht mehr am Fließband auf ihm. 

Konditionierung durch Konfliktmanagement- oder Resilienztraining hilft nur begrenzt weiter und ist in unbekannten Situationen wirkungslos. Aussagen wie: „Ich werde vom Tagesgeschäft aufgefressen“ und „Bei uns herrscht Stammeskultur. Jeder gegen jeden“ sind Alltag. Führungskonzepte mit dem Menschenbild als Stimulus-Response-BlackboxsindStressauslöser.Neue Ansätze, wie Agile Organisationen benötigen neue Führungskonzepte – und erweiterte Mindsets. Fight! Flight! Freeze! und Flock!(Rudelbildung) löst keine Krise. Vorstände erweitern Anforderungen, wie E. Degenhardt von Continental, der „hierarchiefreies Netzwerkverhalten“ erwartet, wo in „Echtzeit offener Informationsaustausch unter allen Beteiligten herrscht, bei dem Ideenfluss, Wissen, Anregungen und Verbesserungsvorschlägen ablaufen.“ (Knop, Carsten: Digitales Neuland, Springer Gabler 2015) 

Stressoren ändern wir nicht – was wir ändern können, ist unser Umgang damit. Konkrete Maßnahmen zur Stressreduktion und Vermeidung von Burn-Out beginnen bei uns. Stress ist ein positives Signal, von der Evolution vorgesehen, um sich zu ändern. Körperliche Fitness ist für Führungskräfte ein Muss! Kampf ist auszuhalten und Beutezu machen – Dies sind die im Management am meisten verwendeten Worte (Witt & Witt, 1993)

Wir sind unser eigener Barkeeper. Unser Verhalten wird durch einen Cocktail aus Neurotransmittern, Neuromodulatoren und Hormonen bestimmt. Jeder trägt in sich einen großen Unbekannten: Das eigene Nervensystem.  Wir sind Bewegungstiere – Arbeitswelten verurteilen uns, das Berufsleben in Büros, Besprechungsräumen, auf Bildschirme starrend oder in Transportmitteln bewegungsarm zu verbringen. 

Ganzheitliche Ansätze für das Stress- und Performancemanagement benötigen Training, das unter die Haut geht. Ein ganzheitliches Training benötigt kognitive, emotionale und physische Elemente, um Wirkung zu entfalten und nachhaltige Wirkung zur Stresskompensation und Verbesserung der eigenen Performance zu gewährleisten. 

Seit 1.000 Jahren liefern japanische Kampfkünste mit dem Instrument der Kata ein wirksames Konzept zur nachhaltigen und kontiniuerlichen Verbesserung von Prozessen – und damit auch für das nachhaltige Training des Stressmanagements. Katas liefern die Form für Lösungen von Problemen und Fragestellungen als Routinen ständiger Wiederholungen und einer nachhaltigen und kontinuierlichen Verbesserung von Anwendungsszenarien. 

Verpasse keine gute Krise ist ein von mir aus 30 Jahren Erfahrung im Projektmanagement und 40 Jahren Erfahrung in der japanischen Kampfkunst AiKiDo entwickeltes Trainingskonzept auf der Basis von Katas zur Erweiterung unserer mentalen Modelle, transformiert für den Führungsalltag in Projekten. Vorgestellt u.a. auf dem PM-Forum 2016 und der manager lounge im Capital Club Berlin (November 2016) und im Wirtschaftsclub Düsseldorf (Dezember 2017).

%d Bloggern gefällt das: